Über die gravierenden negativen Folgen des GKV-Spargesetzes für Patient:innen und Mitarbeitende machten jetzt die Geschäftsführer der Christophorus Kliniken Coesfeld-Dülmen-Nottuln (CK) und Christophorus Klinik am Schlossgarten sowie des St. Marien-Hospitals Lüdinghausen (SML) zahlreiche politische Vertreter:innen aufmerksam. Denn die im Gesetz vorgesehen Kürzungen im Krankenhausbereich gefährden in ihrer jetzigen Form die wirtschaftliche Existenz aller deutschen und damit auch der Kliniken im Kreis Coesfeld.
Schon heute arbeiten Krankenhäuser unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die vorgesehenen Einschnitte verschärfen diese Situation dramatisch: Nach aktuellen Berechnungen würden sie für die Kliniken der Christophorus Gruppe Einnahmeverluste in einer Größenordnung von rund 8,7 Mio. Euro pro Jahr bedeuten, für das St. Marien-Hospital von rund 2,6 Mio. Euro. „Ob wir der Bevölkerung unsere Leistungen inklusive der Notfallversorgung auch in Zukunft noch in vollem Umfang anbieten können oder aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sein werden, unseren Versorgungsauftrag einzuschränken, ist angesichts der bevorstehenden Kürzungen, wie der Streichung der Vergütung für pflegeentlastende Maßnahmen, leider völlig offen. Zurzeit fehlt uns jede Planungssicherheit – auch für notwendige Investitionen zur Zukunftssicherung unserer Standorte“, stellten Johannes Simon (St. Marien-Hospital Lüdinghausen) und Dr. Mark Lönnies (Christophorus Kliniken und Christophorus Klinik am Schlossgarten) bei der gemeinsamen Info- und Diskussionsveranstaltung klar.
Sie betonten, dass die Krankenhäuser natürlich ihren Teil zur Stabilisierung der Beiträge leisten möchten – wie schon in der Vergangenheit. „Doch mit dem Gesetz wird viel Geld aus dem Klinikbereich rausgenommen, ohne uns Werkzeuge an die Hand zu geben, auf die Herausforderungen zu reagieren“, erklärte Simon. Die angekündigten Maßnahmen wie der unzureichende Ausgleich von Tarifsteigerungen und zahlreiche weitere Dokumentations-Pflichten (für die man zusätzliches Personal benötigt) erhöhen die Ausgaben weiter. Hier würde helfen, wenn z. B. die starren Regelungen beim Personal-Einsatz gelockert würden, um flexibler und damit wirtschaftlicher zu arbeiten.
Die Gäste der Gesprächsrunde drückten ihre Solidarität mit den beiden gemeinnützigen Kliniken aus. Gemeinsam stimmte man Maßnahmen ab, um die Kliniken zu unterstützen und sich auf politischer Ebene für wesentliche Forderungen der Krankenhäuser wie die Deregulierung einzusetzen.
Infokasten
Die Christophorus Kliniken in Coesfeld, Dülmen und Nottuln versorgen jährlich rund 60.000 Patient:innen, die Christophorus Klinik am Schossgarten rund 8.600 und das St. Marien-Hospital in Lüdinghausen rund 20.000 Patient:innen – 24/7, stationär und ambulant. Mit ihren rund 2.500, 200 bzw. 500 Beschäftigten leisten sie einen zentralen Beitrag zur medizinischen bzw. psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung im Kreis Coesfeld und darüber hinaus und gehören zu den größten Arbeitgeber:innen der Region. Beide Einrichtungen haben in der Vergangenheit ihre Strukturen bereits optimiert. Bei der Krankenhausplanung NRW 2024 bestätigte ihnen die Landespolitik, dass die Kliniken jeweils strukturell gut aufgestellt sind und auch in Zukunft als wichtige Versorgerinnen in der Region gelten.


